Henk Holthaus

Schon früh war ich an verschiedensten Philosophien und Weltbetrachtungen interessiert. Das asiatische Weltbild war für mich verständlicher als das rationale westliche. Das einheitliche Fühlen und Verbunden-Sein fand ich in der Lehre von Ramana Maharshi am direktesten.

Ramanas Grundfrage »Wer bin Ich?« begleitet mich immer noch.

Mit einem Kurs Tai Chi Chuan an der Volkshochschule fing es an. Über das Bewegen war das direkte Wahrnehmen von Body-Mind-Energie für mich zugänglich. Fast gleichzeitig begegnete mir das Okido Yoga, eine sehr dynamische Form von Yoga aus Japan von Masahiro Oki. (Das Spielerische und Aus-der-Mitte-»Hara«-bewegen, wie auch einige der Partnerübungen benutze ich immer noch gerne in meiner Arbeit.) Tai Chi wie auch Okido Yoga hatten natürlicherweise den Aspekt der Stille. Das Steuern der Aufmerksamkeit in der Bewegung lenkte ab vom alltäglichen Denken und erlaubte mir, das Wesentliche mehr zu erleben.

Durch die Begegnung mit einem Schüler von Gia Fu Feng habe ich mich damals von der Yang (Cheng Man Ching ) Form verabschiedet und mit der Peking Form angefangen. In dieser Zeit gab es noch wenig Angebote von Tai Chi Kursen. Nach einigen Jahren sagte mein Lehrer ich sollte doch selber anfangen zu unterrichten. Zusammen mit meiner Oki-do Lehrerin haben wir dann einen eigenen Dojo (Übungsraum) kreiert, für Kurse und Workshops von vielerlei Art und auch viele Teacher kamen vorbei.   

Dann Anfang 1985: die Begegnung mit Mallika, eine Tai Chi Frau, die mit Tanz und Energie spielte und mit alten taoistischen Bewegungsabläufen. Ich war fasziniert und begeistert. Mallika lebte zu dieser Zeit in der Villa Vopi in Italien. Gemeinsam mit anderen internationalen Teachern und Therapeut*innen hatte sie dort einen besonderen Platz gestaltet. Hier nahm ich an einem einmonatigen Tai Chi Intensive teil (damals: the Great Dance for the Union of Heaven and Earth): Bewegung erleben als Verbindung von Himmel und Erde. Der Platz und seine Bewohner*innen haben mich so angezogen, dass ich in Holland alles aufgegeben habe und zur Villa gezogen bin – ein sehr spiritueller Ort, an dem ich viel gelernt habe über direktes Erleben und Wahrnehmen und das Übersetzen dessen. Aktive Meditationen, Körper und Energiearbeit und das wofür ich da war: Tai Chi als eine Art von meditativem Tanz. Als Lauren Matthews (Maillikas neuer Name) von einem Workshop mit Suprapto Suryodarmo (Gründer von Amerta Movement) zurück kam, wurde Tai Chi und Bewegung noch erweitert mit – wie man heute sagt – einer Form von Contact Improvisation.

Die Lehrerin Lauren war mehr als nur eine Freundin geworden und wir haben zusammen Meditation in Action entwickelt. Mit einem kleinen Team haben wir in einigen Ländern Workshops und Trainings gegeben. Die ersten Jahre waren wir On-the-Road, die letzten im schönen Berchtesgardener Land. Das Thema war und ist für mich immer noch das Bewusstsein von Körper und Energie. Durch verschiedenste Methoden wurde und wird es erlebbar gemacht, aber im Kern ist es doch immer das gleiche: Entspanne und erlaube!

In der Villa und in der Zusammenarbeit mit Lauren lernte ich Petra Sood kennen. Unser beider Anliegen ist es, das lebendige und natürliche Potential des Menschen zu unterstützen und zu inspirieren.  1990 hat sich daraus eine enge Zusammenarbeit ergeben, sowohl für gemeinsame Meditation-in-Action-Seminare als auch in Begleitung von Petra als Geschäftsführerin von Kulmine. Sie bringt wegweisende Produkte und Konzepte zu natürlicher, im Alltag gelebter Weiblichkeit in die Welt.

1994 wurde ich eingeladen, als Kommunikationsberater in einem Bio-Großhandel zu arbeiten. Das Begleiten von Menschen und zu der Zeit ein Zusammenfügen verschiedener Standorte empfand ich als eine interessante  Herausforderung. Es waren intensive Jahre, doch das Tai Chi und die Arbeit mit Menschen und Bewegung zog stärker. 

Anfang 2000 habe ich mich dann wieder mehr in Holland orientiert. Hier habe ich nach einigen Jahren des Coachings und Körperarbeit »Chi Actief« entwickelt. Ein Neustart wurde durch einen Fehler bei einer Operation am Bein erstmal verzögert. Kurz darauf ergab sich nochmal eine ähnliche Situation, nur diesmal war es nicht so einfach: das Knie war schwer verletzt. Dies war physisch eine schwierige Zeit, aus der heraus ich dann neue Inspirationen gesucht habe. 

Mein Glück war es, bei einem Workshop in Osnabrück Wee Kee Jin zu begegnen. Dies war das Tai Chi, das ich lange gesucht hatte: sehr traditionell, wobei aber das direkte Entspannen in der Bewegung, wie das Sinken und Release, für mich total neu waren. Wee Kee Jin lebt in Neuseeland und war einer der letzten Schüler von Huang Sheng-Shyan. Seit sein Meister ihm aufgetragen hat, das Huang System nach Europa zu bringen, macht er dies bis heute – über mehre Workshops im Jahr. Während der letzten fünf Jahre habe ich an etlichen seiner Wochen-Workshops teilgenommen.
Es ist auch Jins Inspiration, durch die ich mich immer wieder in meinen Übungen unterstützt fühle, zu analysieren und immer direkter die Tai Chi Prinzipien wahrzunehmen. 


Lebenslauf

  • 1980–1985 · Tai Chi, Shiatsu, Oki Do Yoga, Ausbildung und Unterricht von Tai Chi 
  • 1985–1987 · Teilnahme an der Internationalen Akademie für Meditation Italien, vom Teilnehmer bis zum aktiven Manager 
  • 1988–1993 · Meditation in Aktion. Internationale körperbewusst-energetisch orientierte Workshops und Trainings, Mitbegründer und Trainer 
  • 1994–1998 · Kommunikationsberater, Managementfunktion in einem Naturkostgroßhandel in Deutschland 
  • 1996–1998 · Feuerduft (Deutschland, eigener In-Export-Räucherstäbchenhandel)
  • seit 2002 · Tai Chi Unterricht und Coaching 
  • seit 2005 · Freiberuflich mit Chi Actief 
  • seit 2015 · Tai Chi Unterricht bei Wee Kee Jin und Lehrer – Workshops und Schulungen